In den letzten Wochen und Monaten ist viel passiert. Leider habe ich in der Vergangenheit nicht mehr die Zeit gefunden meine Homepage regelmäßig zu aktualisieren. In Zukunft will ich versuchen dies etwas häufiger zu tun, auch wenn ähnlich detaillierte Berichte wie bei Marius nicht zu finden sein werden. Ich unterscheide zwischen den Einträgen auf meiner Homepage und meinem persönlichen Tagebuch.
Die letzten Tage und Wochen waren für Marius und mich sehr abwechslungsreich und voller teilweise sehr krasser Eindrücke und Erfahrungen die wir gemacht haben.
Unsere Arbeitssituation hat sich wesentlich verbessert, seit der „Chef“ der Organisation ACOES Padre Patricio vor einigen Wochen uns in unserem Projekt besucht hat und festgestellt hat das wir viel zu wenig machen würden. Insofern haben wir einen ganz neuen Stundenplan für das Haus entwickelt und geben nun regelmäßig Unterricht. Insgesamt kommen wir damit, da wir auch Freitags und Samstags arbeiten auf etwa 45 Wochenstunden.
Dies mag vielleicht etwas viel erscheinen, jedoch muss man auch sehen, dass wir es so eingerichtet haben, dass wir das letzte Wochenende im Monat 4-5 Tage frei haben. Außerdem werden wir von Mitte Dezember bis Anfang Februar reisen, weshalb wir momentan sozusagen am vorarbeiten sind, für die 7 Wochen die wir dann nicht im Projekt sein werden.
Letzte Woche Dienstag haben wir erfahren, dass ein belgischer Freiwilliger, der in Marcala bei der Organisation „Irimitos“ gearbeitet hat in Copan Ruinas ausgeraubt und erschossen wurde. Diese Nachricht hat uns ziemlich mitgenommen, da wir ihn persönlich kannten.
Die Tatsache, dass wir in neuen Projekten platziert wurden scheint irgendwie hinfällig geworden zu sein, wenn man betrachtet, dass dies der zweite Mord in wenigen Tagen war in dieser Stadt.
Marius und ich werden nun gezwungen sein unsere bisherige Naivität abzulegen und uns bewusst zu werden, dass wir hier in einem sehr gefährlichen Land sind. Einem 3. Welt Land, wo Sicherheit und der Wert eines Menschenleben noch nicht die gleiche Bedeutung wie in Deutschland haben.
Momentan herrscht in Honduras eines der schlimmsten Unwetter seit 10 Jahren. Die Schäden werden mit denen des Hurrikan „Mitch“ 1999 verglichen, der das Land in seiner Entwicklung um 30 Jahre zurückwarf.
Glücklicherweise ist unser Bundesstaat nicht so sehr von den Unwettern und den daraus folgenden Überschwemmungen betroffen wie andere, trotzdem herrscht im Land Alarmstufe Rot. Der Hurrikan hat schon 50 Menschenleben gefordert, es gibt unzählige Verletzte und Obdachlose.
Es ist wirklich traurig, dass das zweitärmste Land Mittelamerikas am schlimmsten unter den Unwettern zu leiden hat. Die genaue Höhe der Schäden in Dollar ist noch nicht beziffert, da in vielen Bundesstaaten die Unwetter auch noch kein Ende gefunden haben.
Um diesem Alltag einmal zu entfliehen sind Marius, Benne ( ein weiterer deutscher Freiwilliger, der in El Progreso arbeitet) und ich von Freitag bis Montag vier Tage nach El Salvador gefahren. Dort waren wir in einem Hotel, was sich bei unserer Ankunft als Surfer Resort herausgestellt hat. Animiert von den Surfern, die hauptsächlich aus den Staaten und Brasilien kamen verbrachten wir also auch einige Tage damit nach der „Perfect Wave“ zu suchen.
Abgesehen von Surfen konnte man im Pool, der einem eine atemberaubende Aussicht auf eine unglaublich lange Küste und dem mit Vulkanen gespickten Hinterland bot relaxen.
Leider musste wie jeder Urlaub auch dieser zu Ende gehen, nach vier Tagen Sonne und wolkenlosem Himmel und endlich mal wieder Fernseher.
Mit vielen guten Erinnerungen, neuen Kontakten und einigen Verletzungen sind wir gestern Abend immer noch mit kurzen Hosen und T- Shirts bekleidet bei Nieselregen und unangenehmen 13 ° wieder in Marcala angekommen.
Freitag, 31. Oktober 2008
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